Mittwoch, 11 Dezember 2019
Notruf : 112

Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Überherrn

Im Jahr 1992 konnte die Freiwillige Feuerwehr Überherrn auf ein 125 jähriges Jubiläum zurückblicken. Der Pfarrchronik Bisten, dem Gemeinderegister Überherrn sowie den überlieferten Angaben eines Mitgründers sind die folgenden Angaben entnommen:

Die Pfarrchronik berichtet von einem Brand im Jahre 1821, dem in der Straße nach St. Avold 11 Häuser mit ihrer gesamten Habe und allen Erntevorräten zum Opfer fielen. Die anschauliche und aufrüttelnde Schilderung des damaligen Schreibers über die verheerende Wirkung dieser Feuerbrunst, über die Hilfsbereitschaft der Nachbargemeinden und über das Heldentum einer Mutter, sei hier im Urtext wiedergegeben:

„Des Jahres 1821 den zweiten Oktober-gegen vier Uhr des Nachmittags brach eine leidige Feuersbrunst zu Überherrn in den Häusern längs der Landstraße nach St. Avold aus, desto fürchterlicher, weilen sie von einem starkblasenden Winde begünstigt waren, und wenige Hilfe den Fortschritten des ausgebrochenen Elementes einen zurückhaltenden Damm zu setzen.

Wie gewöhnlich im Monat Oktober waren größtenteils die Einwohner mit  dem ausgraben der Kartoffeln auf dem Felde beschäftigt, nur einige alte Hausmütter mit schwachen Kindern mussten die ersten Augenzeugen des traurigen Unglücks sehn, als die auf dem Feld entfernten durch das fürchterliche Geschrei , den schwarzen Rauch, die Sturmglocke herbeigerufene ankamen, fanden sie, zum verzweifeln, den Eingang zu ihren armen Wohnungen von krachenden Flammen sich verriegelt, ihre Habschaft, die schon eingescheuerten Früchten, Korn, Gersten, Hafer, Heu, wie ein jeder Ackersmann in dieser Zeit versehen ist, eine Beute des ungeheuren Elementes des Feuers. O abenteuerliches Unglück, welches die armen Sterblichen so hart drücket. Da hörte man das herzbrechende Schluchzen der verunglückten , die Kinder ersuchten  ihre Eltern um Trost, und diese schrien laut, die Arme gegen Himmel gerungen, nach ihren verstorbenen Eltern welche im kühlen  Schoß der Erde eingeschlossen ihnen weder Hilfe noch Linderung beibringen konnten. Indessen eilten von allen Ortschaften große Schwärme Menschen ganz atemlos herbei, von Creutzwald, Biblingen, Merten, Berus, Bisten.

Alle von dem rührenden Geschrei durchdrungen, liefen mutig auf die Flammen los, selbe als einen Menschenfeind zu ersticken. Bald innerhalb einer viertelstunde waren die Brunnen ausgeschöpft. Leider da war man genötigt bis von der Bach Wasser herzutragen. Durch dieses anhaltende eifrige Wirken machte man große und vergnügende Fortschritte, die Wut der Flammen war nicht mehr so ungestüm, Hoffnung zum Sieg munterte die Arbeitenden auf. Rastlos und mit verdoppeltem Eifer wurde gewehrt, bis gegen 6 Uhr abends musste das Feuer bezwungen von Menschen Händen sich Schranken setzen lassen. Elf Häuser waren schon eingestürzt, und die übrigen waren nun sicher. Eine arme junge Hausmutter von zwei Kindern, und der Entbindung eines drittens nahe, konnte kaum ungeachtet aller Eile den Flammen entweichen. Ein Kind hatte sie von der oberen Fenster hinab auf die Gasse geworfen, und das andere, um ihr eigenes und des Kindes von welchem sie schwanger ging Leben zu retten, musste sie den Flammen überlassen, dessen Gebeine den folgenden Tag unter dem Schutt gefunden wurden.“

 Dieser Großbrand soll der Anlass zur Gründung einer Pflichtwehr gewesen sein. Als zwei weitere Gr0ßbrände im Jahre 1891 sämtliche Häuser der Schlossstraße und im Jahre 1895 die Häuser in der Hauptstraße vom Haus Weiten bis zum Haus W. Schneider in Schutt und Asche legten, bestand bereits diese Pflichtwehr unter dem Amtsbürgermeister Neyses. Dies bestätigte auch ein Beschluss aus dem Jahre 1899, bei dem Mechaniker Röchling in Völklingen zwei neue Wassertröge aus Eisenblech mit einem Fassungsvermögen von 27,5 m³, die der Wasserreserve dienen sollten, zu bestellen.

Am 17. September 1893 beschloss der Gemeinderat für die Gemeinde Überherrn und Bisten eine Saug- und eine Spritzpumpe zu bestellen und von dem Bergschmied Michael Rosch für 520 Mark in Flur 13 ein Grundstück für den Bau eines Spritzenhauses zu erwerben, das einem Großbrand im Jahre 1895 zum Opfer fiel. An der gleichen Stelle wurde der Neubau errichtet. Dieser Stand in der Hauptstraße Nr. 33 Haus Hoffmann. Schon ein Jahr später wurde das Gebäude getauscht und das Spritzenhaus neben der alten Schule errichtet, wo es heute noch steht.

Zur Pflichtwehr gehörten alle wehrpflichtigen Männer sowie die Ortspolizisten und Schornsteinfeger. Unter der Leitung des Amtsbürgermeisters oder des Ortsbürgermeisters fanden die Übungen sonntagnachmittags statt. Wer ohne Grund nicht erschien, wurde mit einer Strafe von 5 Mark belangt.

Diese Zwangsmaßnahme erregte viel Ärger und so wurde im Jahre 1904 auf Anregung des aus Ensdorf kommenden und in Überherrn wohnenden Heilpraktikers und Friseurs Peter Peter (Peter Lieh) eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zur Gründungsversammlung fanden sich im Gasthaus Ahr Michel 25 junge Männer ein. Unter anderem waren dies: Peter Peter, Decker Pitt, Ahr Michel, Arnold Schang der Lange, Arnold Peter (dick), Hörner Schängel, Zimmer Pittchen, Wax Pitt, Hilt Michel, Lehnenbach Pitt, Schreiner Schang, Rolles Peter und Trenz Heinrich. Zum Wehrführer wurde Decker Pitt gewählt. Hilt Michel wurde Kolonnenführer und Hörner Schängel Spritzmann.

Da der Gemeinderat der Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu diesem Zeitpunkt nicht sehr wohlwollend gegenüber stand, musste man sich am Anfang weitgehend selbst helfen. So wurden die Monatsbeiträge auf die damals respektable Höhe von einer Mark festgesetzt. Ferner beschloss man, an Kaisers Geburtstag einen Feuerwehrball abzuhalten. In dieser Zeit wurden dann Uniformröcke, koppeln und Helme angeschafft. Leitern zimmerten sich die Männer selbst, die Feuerhaken übernahmen sie von der Pflichtwehr. Im Jahr 1910 wurde dann eine eigene Spritze angeschafft. Das Wasser musste damals noch aus dem Dorfbrunnen entnommen werden. Die Brunnen standen in der Hauptstraße an den Häusern Hörner Schängel und Groß Hermann, sowie in der Schulstraße an den Häusern Reuter Georg und Feit Albert. Im Jahr 1910 legte Decker Pitt sein Amt als Wehrführer nieder, sein Nachfolger wurde Arnold Schang. Trotz zeitbedingter Schwierigkeiten formierte sich die Wehr nach dem 1. Weltkrieg wieder und führte das Werk weiter, das vor der Jahrhundertwende begonnen und im Jahr 1904 auf eine freiwillige Basis gestellt worden war. Im Jahr 1929 löste sich die Feuerwehr auf. Erst im Jahr 1931 gelang es dem Bezirksschornsteinfegermeister Kornke eine neue Wehr zu gründen. Der Ausbruch des Krieges und die Evakuierung ließ die Feuerwehr ruhen. Bald nach der Rückkehr im Jahre 1941 wurde eine Tragkraftspritze beschafft. Die meisten Wehrleute waren zum Dienst in die Wehrmacht eingerückt und eine erneute Evakuierung im Jahr 1944 unterband wiederum jegliche Feuerwehrtätigkeit.

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der damalige Oberbrandmeister Peter Zenner die Führung der Amtswehr. Schon 1947 wurde das neue Gerätehaus in der Hauptstraße hinter dem Gemeindehaus errichtet, welches heute noch steht und der Firma Kunzler gehört. Hierbei bewiesen die Feuerleute ihre Uneigennützigkeit indem sie selbst Hand anlegten und ohne Entgeld am Bau dieses Hauses mitwirkten.  Im Jahr 1952 wurde der Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug übergeben, welches wiederum im Jahr 1965 einem neuen Fahrzeug des Types Opel Blitz Platz machen musste. 1960 löste sich die Amtswehr auf und die einzelnen Gemeinden verfügten wieder über ihre Gemeindewehr. Die Führung dieser Wehr übernahm Herr Ferdinand Wernet. Um ein einheitliches Auftreten zu gewährleisten, wurde dann die komplette Uniformierung, bestehend aus Hose, Jacke, Hemd und Schirmmütze eingeführt. Unter der Führung von Herrn Wernet wurde vom 26. bis 28. August 1967 das 100-jährige Stiftungsfest gefeiert. Im Verlauf dieses Festaktes, der auch eine internationale Freundschaft treffen der Feuerwehrführer aus 8 europäischen Ländern beinhaltete, wurden drei Wehrmänner geehrt. Aus der Hand des Präsidenten des deutschen Feuerwehrverbandes, Herr Albert Bürger, erhielten der Oberbandmeister Ferdinand Wernet, Ewald Robert und der Brandmeister Bernhard Arnold das Bundes Feuerwehr Ehrenzeichen in Silber. Im Jahr 1968 trat dann Wehrführer Wernet zurück. Am 1. März 1968 wurde Ewald Robert in das Amt des Wehrführers bzw. nach der Gebietsreform in das des Löschbezirksführers gewählt. Im gleichen Jahr kam es dann im August zu einer Patenschaft mit der Wehr von Iggelheim in der Pfalz, die heute den Namen Feuerwehr Böhl-Iggelheim trägt. Diese Patenschaft, die nun schon im 24. Jahr besteht, wird heute noch durch zahlreiche gegenseitige Besuche gepflegt und auch zahlreiche Wechsel in der Führung beider Wehren haben sie gestärkt. Im Jahr 1973 wurde der Freiwilligen Feuerwehr Überherrn vom Kreis Saarlouis ein Gerätewagen zur Ölabwehr zur Verfügung gestellt. Am 19.02.1978 wurde Oberbrandmeister Ewald Robert aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Löschbezirksführers verabschiedet. Dessen Nachfolge trat Brandmeister Bernhard Arnold an. Ein Jahr später, am 19. Mai 1979, legte der damalige Innenminister Alfred Wilhelm den Grundstein für ein neues Gerätehaus für den Löschbezirk Überherrn und Bisten und für das DRK. Das Gerätehaus am Ortsausgang von Überherrn wurde am 2. Mai 1981 eingeweiht. Ein weiterer großer Tag für unsere Wehr war die Übergabe eines Tanklöschfahrzeuges vom Type TLF 16 durch die Gemeinde im Jahr 1979. 1983 konnte unser Fahrzeugpark durch ein Geschenk der Firma Mosolf erweitert werden. Es handelt sich um ein PKW des Types Renault 4, der seinen Dienst als Schlauchfahrzeug mehrere Jahre bis zu seiner Ausmusterung tat. Am 17. Februar 1984 wurde der Löschbezirksführer Arnold Bernhard vom Amt des Löschbezirksführers verabschiedet und der Löschmeister Dieter Schmitt zu seinem Nachfolger gewählt. In dessen Amtszeit fiel die Neubeschaffung eines Fahrzeugs des Types LF8, das unseren Fuhrpark vervollständigte. Nur kurze Zeit später, am 6. November 1985 musste ein neuer Löschbezirksführer gewählt werden, da Herr Schmitt sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Brandmeister Hans Altmaier wurde zum Nachfolger bestellt. 1990 stellte uns die Firma Mosolf freundlicherweise wiederum ein Fahrzeug als Ersatz für den ausgedienten R4 zur Verfügung, der heute nicht nur als Kommandowagen, sondern durch seine spezielle technische Ausrüstung auch als Gerätewagen seinen Dienst tut. Herr Hans Altmaier hatte das Amt des Löschbezirksführers von 1985 bis 1991 inne und wurde mit seinem 60. Geburtstag verabschiedet. Nachfolger von Herr Altmaier wurde Herr Jürgen Speicher.

Die Chronik nach 1992 wird zeitnah vervollständigt.

1821

Am 2.10.2018 um 4 Uhr Großbrand in den Häusern längs der Landstraße nach St. Avold

1891

Alle Häuser der Schlossstraße brennen nieder

1895

Alle Häuser in der Hauptstraße vom Haus Weiten bis Haus Willi Schneider brennen nieder

1905

Haus Johann Fischer, Hauptstraße, brennt

1906

Es brennt bei Robert Hoen, Schulstraße

1907

Ca. 1907: Krummhof brennt
Anwesen Lamotte wird Raub der Flammen

1910

Haus Kriebs, Schulstraße, brennt ab

1911

Haus Echternach, Mühlenstraße, brennt

1922

Scheune Lamotte wird Raub der Flammen

1928

Haus Johann Hemmer brennt ab

1929

Haus Franz Fischer wird durch Feuer vernichtet

1931

Gasthaus Ahr brennt ab
Brand im Anwesen Franz Speicher, Hauptstraße

1932

Brand im Anwesen Hary, Hauptstraße

1948

Schreinerei Speicher wird Raub der Flammen

1953

Großbrand auf dem Überherrner Berg

1958

Einsatz der Wehr bei Hochwasser

1959

Großbrand bei Josef Decker, Hauptstraße

1962

Brand bei Johann Guldner, Alleestraße

1963

Die Sauna in der Alleestraße wird vernichtet

1965

1960 – 1965: Die Wehr muss bei vielen Flächenbränden eingreifen

1975

Die katholische Kirche Wohnstadt wird schwer beschädigt

1980

Anwesen Norbert Barth, Wohnstadt, brennt
Brand in der Halle Berrar, Differterstraße
Großbrand auf dem Linslerhof

1982

Brand im Anwesen Franzen, Gluckstraße
Gasthaus Ewald Christ wird Raub der Flammen

1983

Brand im Haus Richard Olesch

1984

Das Anwesen Helmut Portz, Hauptstraße, brennt

1985

Brand in der Schreinerei Gersing, Altforweiler

1989

Großbrand bei der Firma Mosolf

1990

Großer Sturmeinsatz
Einsatz der Wehr beim Großbrand im Warndtwald

1991

Scheunenbrand im Anwesen Josef Haas

Die hier gesammelten Nachrichten über Brandereignisse in Überherrn erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Freiwillige Feuerwehr Überherrn

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Langwies 3
66802 Überherrn
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